Leya Christin Wüllner (*1999 in Recklinghausen) studiert seit 2019 an der Kunstakademie Münster und seit 2020 in der Klasse für performative Kunst bei Nicoline van Harskamp. Neben ihrer künstlerischen Praxis arbeitet sie als selbstständige Tätowiererin.
In ihren grafischen, performativen, textbasierten, skulpturalen und installativen Arbeiten entwickelt sie spekulative Formsprachen und multidimensionale Narrative, die die Grenzbereiche zwischen Humanbiologie, Technologie und Science-Fiction untersuchen. Ihre Arbeiten reflektieren die Fetischisierung des Organischen und kontrastieren diese mit synthetischen, digitalen und hochverarbeiteten Materialien. Performative Elemente sind dabei nicht nur Mittel der Darstellung, sondern konstitutiver Bestandteil ihrer multimedialen Praxis: Sie durchziehen ihre visuelle Sprache subtil, aber strukturbildend.
Im aktuellen Projekt M0ther erforscht sie Konzepte alternativer Familienmodelle (alternative kinship), Reproduktion außerhalb des menschlichen Körpers und imaginiert das Ende der Ausbeutung gebärfähiger Körper durch spekulative Technologien. Das Projekt verbindet künstlerische Forschung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen zu Körper, Autonomie und Reproduktion.
Diese inhaltlichen Auseinandersetzungen spiegeln sich auch in ihrer Tätigkeit als Tätowiererin wider: Die von ihr entwickelte visuelle Sprache – wehrhafte, fremdartige und zugleich organisch anmutende Strukturen – erscheinen wie hybride Wachstumsformen in der Haut ihrer Träger*innen. So erweitert sie den Körper selbst zum Ort künstlerischer Verhandlung und verankert ihre konzeptuellen Fragestellungen dauerhaft im sozialen Raum.
@leyachristin